Wir von Delta Cultura wollen uns auf diesem Wege bei allen lieben Menschen die uns auch 2008 geholfen haben das Kinder- und Jugendzentrum durch alle Höhen und Tiefen zu führen ganz herzlich bedanken. Natürlich auch im Namen aller Kinder und Jugendlicher die davon profitiert haben. Wir wünschen erholsame Feiertage und ein gesegnetes 2009!
Mit grossem Erfolg hat Delta Cultura Cabo Verde am Sonntag den 7. Dezember die dritte Ausgabe des 'Festival di Batuku' in Tarrafal organisiert. Sechzehn Gruppen von der gesamten Insel Santiago sind zusammengekommen um ihre Tradition 'Batuku' zu feiern. Wie jedes Jahr war diese Zusammenkunft von einem besonderen Geist getragen! Dementsprechend gut ist die Veranstaltung auch beim Publikum angekommen! Eine Fortsetzung im kommenden Jahr ist gewiss.
Am 2. Dezember feiert Delta Cultura sein 6 jähriges Bestehen in Cabo Verde. Zu diesem Anlass findet das weiter unten beschriebene Festival di Batuku sowie ein Fussballturnier statt. Das Turnier hat vergangenen Sonntag mit Spielen der Altersklassen U10, U13, U15, U17 und Mädchen begonnen. Kommenden Sonntag werden vor dem Batukufestival die Finale gespielt. Auch Pokale und Preise werden vergeben! Einem rauschenden Geburtstagsfest wie es sich Delta Cultura redlich verdient hat steht also nichts mehr im Wege!
Ganz Delta Cultura Cabo Verde arbeitet derzeit an den letzten, sehr wichtigen, Vorbereitungen für das 3. Batuku Festival in Tarrafal.
Das Festival ist das einzige seiner Art in Cabo Verde. Es kommen Batuku Gruppen von ganz Santiago um daran teilzunehmen. Das besondere daran ist, dass das Festival von allen gemeinsam finanziert wird, denn es gibt keine Gagen, selbst nicht für Stars wie Podi Terra. Speisen und Getränke werden von den örtlichen Geschäftsleuten gespendet, die Security kostenlos von der Polizei gestellt und die Bühne sowie weitere Kosten von der Gemeinde Tarrafal übernommen. Delta Cultura CV organisiert das ganze inklusive Bewirtung und Künstlerbetreuung, Pressearbeit etc.
Im letzten Jahr kamen über 1000 Besucher nach Tarrafal, dieses Jahr erwarten wir doppelt so viele ;-)
Hier das gigantische Line-Up: • Fidjus di Delta • Batukaderas Delta Cultura • Nova Esperança - Mato Correia • Libron - Santa Cruz • Tcham da Silva - Santa Cruz • Monte Agara - Praia • Xubemga - Órgãos • Rabenta - Bulanha • Achada Meio • Estrela Pular - Tchan de Junco • Flor Esperança - Figueira da Muita • Estrela Amada - Achada Biscainhu • Fidjus di Rabelado - Spinhu Branco • Kultura Esperança - Rebeira Prata • Raiz di Tarrafi • Rocha • Fidjus di Bibinha Cabral • Podi Terra
Hier ein kleines Video vom Batuku Festival 2007, von der Gruppe Fidjus di Delta:
Wie jedes Jahr veröffentlichen wir auch heuer wieder unseren Delta Cultura Kalender. Die Erlöse kommen dem Kinder- und Jugendzentrum in Tarrafal zugute. Dieses Jahr hat Liz Zimmermann den Kalender mit tollen schwarz/weiss Fotos gestaltet. Der Kalender ist um 12 Euro (zzgl. 2 Euro Versand in Österreich) erhältlich. Eine Vorschau als PDF gibt es hier (Klick auf's Bild):
Nachdem wir zunächst nach der richtigen Tonmischung geforscht haben, sodann mit der Produktion der Terracotta-Fliesen begonnen haben, ist der Vorrat an Fliesen jetzt gross genug um mit dem Brennen zu beginnen. Wir haben Fliesen für mindestens 3 Brennversuche im grossen Gas-Sägespäne-Ofen. Diesen haben wir in ein paar Punkten verbessert: der Kamin wurde erhöht und innen hat er eine zusätzliche Wand bekommen um die Gasflammen dazu zu bewegen doch bitte aufzusteigen und auch die oberen Fliesen zu brennen.Rosalia und Danila sind bereits dabei den Ofen einzuräumen. Bevor wir allerdings brennen können gibt es noch ein Problem mit den Windschutzwänden zu lösen. Diese haben wir ja aus Stampflehm rund um den Ofen errichtet. Die vielen Kühe die zweimal täglich bei unserem Zentrum vorbeiziehen haben diese Wände aber leider als 'Kratzwände' missbraucht. Mit Genuss haben sie sich dagegen geworfen um sich daran zu reiben. Diesem Druck haben die Wände teilweise nicht standgehalten. Noch haben wir nicht entschieden wie wir diese Wände wieder errichten werden. Wichtig wird sein, dass sie kuhfest sind ... Aber wir sind zuversichtlich. Wir haben schon ganz andere Schwierigkeiten gemeistert.
Manchmal vergisst man, dass Delta Cultura nicht nur ein Verein ist, sondern dass da auch wirklich Menschen hinter stecken. Dass Delta Cultura nicht für Zahlen und für Statistiken arbeitet, sondern für Menschen.
Da man das im (jetzt wieder) kalten Europa so schwer fühlen und von Grund auf verstehen kann, möchten wir Euch gerne ab und zu einen tieferen Einblick geben. Wir haben uns viel überlegt. Klar, Fotos sind gut, Videos eh - aber Interviews wären auch klasse.
Hier also ein Interview mit Maisa, Batukadera und Teilzeitangestellte im Centro.
Was sind so die ersten Erinnerungen aus deiner Kindheit?
Meine erste Erinnerung ... ich muss so ungefähr drei Jahre alt gewesen sein ... da hat mich mein Onkel immer auf seine Schultern gesetzt und ist mit mir aufs Feld. Das war hier in Fidxa da Sintxu ungefähr hier wo jetzt das Zentrum steht. Mein Onkel hat mich sehr gern gehabt und hat mich oft mitgenommen. Und dann erinnere ich mich auch - ich war 4 Jahre alt - da habe ich ein Zündholz genommen, hab es in die Flasche mit Petroleum gesteckt und ins Feuer gehalten. Die Stichflamme hat mich im Gesicht erwischt. Meine Schwester hat gerade auf das Feuer aufgepasst, daher hat meine Mutter IHR eine Ohrfeige gegeben weil sie nicht ordentlich auf mich aufgepasst hat. Dann hat sie mich genommen, mir das Gesicht mit Milch gewaschen und mich auf den Schoss genommen. Erst dann habe ich aufgehört zu weinen.
Lebt deine Mutter noch mit deinem Vater zusammen?
Ja sie leben zusammen. Sie sind verheiratet. Schon seit 33 Jahren. Aber mein Vater trinkt sehr viel... Als er meine Mutter geheiratet hat, hat er viel weniger getrunken. Er war Polizist. Davor beim Militär in Angola. Als Polizist haben sie ihn damals nach Sao Vicente geschickt. Also sind er und meine Mutter dorthin. Aber mein Vater hat sich dort blöd aufgeführt... meine Mutter hat ihn verlassen und ist nach Tarrafal zurückgekommen. Nach einiger Zeit er auch. Allerdings hat er nicht mehr bei der Polizei gearbeitet. Als ich noch klein war hat er dauernd mit meiner Mutter gestritten. Sogar mit dem Messer sind sie aufeinander los. Und ich mitten drin. Ich habe immer versucht sie auseinander zu halten. Das ist mir auch gelungen weil wenn ich dazwischen war haben sie aufgehört mit dem Messer. So habe ich immer versucht den Streit zu verhindern. Oft indem ich einfach geweint habe. Ich war ja ganz alleine zu Hause. Der grosse Bruder war nicht zu Hause. Er war sehr schlimm. Ein Sturkopf. Und dann erinnere ich mich, ich war zehn Jahre alt, ich war in der vierten Klasse, da bin ich krank geworden. Bauchweh. In der Zeit bin ich irgendwie jähzornig geworden. Jede Kleinigkeit hat mich aufgeregt. Ich habe mich geweigert weiter in die Schule zu gehen. Obwohl meine Mutter mich mit den Stock in die Schule treiben wollte. Ich habe mich einfach geweigert zu gehen. Wenn meine Mutter mich mit dem Stock geschlagen hat habe ich mich einfach tot gestellt. Einmal habe ich mich unter dem Tisch versteckt. Meine Mutter hat mich gerufen, hat überall nach mir geschaut, aber ich habe nicht geantwortet. Obwohl ich sie natürlich schon gehört habe. Irgendwie bin ich so halb eingeschlafen und bin dabei mit dem Fuss gegen das Tischbein gestossen. Da hat mich meine Mutter gefunden. Sie hat mich hervorgeholt und gemeint sie werde mich nie mehr schlagen. Meine Mutter hat damals Fisch verkauft. Später hat sie das lassen und hat Obst und Gemüse verkauft. Kartoffeln, Tamburinen, Mangos und so. Sie hat mich dann immer mitgenommen... -> Weiterlesen (PDF)